spw 175 erschienen
Klima, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit

Einleitung zum Heftschwerpunkt
von Kai Burmeister, Horst Peter und Stefan Stache
Eine zwölftägige UN-Konferenz in Kopenhagen
brachte im Dezember 2009 die große
Wende: Die weitere Aufheizung der Erde konnte
kurz vor dem Point of no Return gestoppt
werden. Der Klimaschutz bestimmt seitdem
die Politiken in Washington, Berlin und Paris,
und auch Beijing und Brazilia ziehen mit. Der
Klimakollaps konnte abgewendet werden,
weil sich die Weltgemeinschaft unter Führung
des in letzter Minute im Kongresszentrum eingeflogenen
Barack Obama für das Gute entschieden hat.
Eine solche imaginäre Betrachtung auf die
aktuelle UN-Konferenz mag vielleicht für einen
Kinofilm taugen, aber in der Realität wird
ein solcher Verlauf selbst kühnsten Optimisten
als zu schönfärberisch erscheinen. Dennoch
spiegelt sich in dieser Beschreibung ein all zu
oft anzutreffender Umgang mit internationalen
Konflikten wieder – ein weltweiter Gipfel
werde schon eine Lösung bringen.
Hier weiter lesen: Kai Burmeister, Horst Peter, Stefan Stache: Einleitung zum Schwerpunkt spw 175
- Volker Grassmuck: Kultur-Flatrate - gerecht und umsetzbar
- Interview mit Joachim Beerhorst: Die Privatwirtschaft auf gesellschaftliche Belange verpflichten
- Michael Müller: Last Exit Kopenhagen, doch die Party geht weiter
- Jochen Steinhilber: Der Wald, das Rind, das Zuckerrohr
- Hans-Jürgen Burchardt: Aufbruch ins 21. Jahrhundert: Entwicklung neu denken
- Horst Peter: Für eine nachhaltige, ökologisch und sozial gerechte Weltordnung
- Heidemarie Wieczoreck-Zeul: Internationale Politik im Vorfeld von Kopenhagen, Stichwort International Governance
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Das aktuelle Heft wird am Donnerstag, den 17. Dezember 2009 ausgeliefert.
spw 174 erschienen
"Das wird unser Jahrzehnt"
Zur Lage der SPD nach der Bundestagswahl

Einleitung zum Heftschwerpunkt
von Kai Burmeister, Thilo Scholle und Stefan Stache
Symbolische Inszenierungen sind besonderer Bestandteil von Wahlabenden und
Parteitagen.
Auch in der SPD bedienen sich die KommunikationsberaterInnen eines
breiten Bauchladens von Moderne und Tradition, von den großen Gesten
des strahlenden Kandidaten, über technisch ausgefeilte Präsentationen
bis hin zum Bergmannschor. Doch um 18:30 Uhr des 27. September schien
sich nicht nur das Fernsehpublikum im allgemeinen, sondern auch die
Parteibasis auf den Wahlpartys
in der falschen Vorstellung zu
befinden. Wer angesichts der beispiellosen Wahlniederlage der
Sozialdemokratie Gesten der Nachdenklichkeit erwartet hatte, sah sich
mit einem strahlenden Wahlverlierer und einer jubelnden Menge
konfrontiert, die jeden Zweifel am politischen Kurs hinweg zu
applaudieren schienen. Die Inszenierung der Geschlossenheit hatte sich
bis ins Absurde gesteigert. Sarkastisch fragten manche Leitartikler, ob
der Jubel Erleichterung über das Ende der ungeliebten Regierungszeit
oder völlige Abkopplung von der Realität ausdrücke.
Hier weiter lesen: „Das wird unser Jahrzehnt“ – Zur Lage der SPD nach der Bundestagswahl. Einleitung zum Schwerpunkt von Kai Burmeister, Thilo Scholle und Stefan Stache
- Die Sozialdemokratie am Scheideweg; von Felix Butzlaff und Oliver Nachtwey
- Gegen das eigene politische Lager: Die Krise der SPD. von Daniel Gardemin und Heiko Geiling
- Nur wer die Entscheidungen der Partei mitbestimmt, wird diese verteidigen. Interview mit Björn Böhning
- Die neue (sozial-)demokratische Frage; von Benjamin Mikfeld
- Bürgerliche Bürgerversicherung: Werden Kranken- und Pflegekassen privat? von Felix Welti
- Dokumentation: Richtung bestimmen! Ein Aufruf von Andreas Bach, Kai Burmeister, Hans-Joachim Olczyk, Eckhart Seidel und Stefan Stache
- Kampfbegriffe im Verhältnis von SPD und Linkspartei; online-Beitrag von Fritz Riege
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Das aktuelle Heft wird am Donnerstag, den 12. November 2009 ausgeliefert.
JUBILÄUMSTAGUNG:
20 Jahre Verein zur Förderung von Demokratie und Völkerverständigung e. V.
Es war im Juni des Wendejahres 1989, als der Verein
zur Förderung von Demokratie und Völkerverständigung
e.V. gegründet wurde. Ohne seine solidarische Unterstützung
wäre ein einzigartiges Zeitschriftenprojekt der politischen
Linken – die spw – heute nicht denkbar.
In diesem Jahr feiert der Verein seinen 20. Geburtstag.
Das Jubiläum wollen wir zum Anlass nehmen, die
gemeinsame Arbeit zu feiern und den politischen Blick
nach vorn zu richten – mit bekannten und kritisch-engagierten
GenossInnen, Freunden und Gästen aus Politik,
Gewerkschaften, Wissenschaft und Presse.
Auf dem Programm steht ein Rückblick auf wichtige
Etappen unseres Zusammenhangs von den 80er Jahren
bis in die Gegenwart. Aber mit Rückblicken allein haben
wir uns noch nie begnügt. Dem Gründungsgeist des
Vereins entsprechend, geht es vor allem um Fragen der
aktuellen Entwicklung des Kapitalismus und politische
Perspektiven der Linken:
Ausgehend von einer Analyse des Ergebnisses der
Bundestagswahl sollen deshalb die Chancen und Stolpersteine
eines neuen Crossovers der politischen Linken
über die Parteigrenzen hinweg in den Mittelpunkt gestellt
werden.
Darüber hinaus beleuchtet die Jubiläumstagung, wie
biografische Selbstbestimmung unter den Bedingungen
der neuen kapitalistischen Landnahme und sozialer
Schließungen mittels einer emanzipativen Arbeitsmarkt-,
Beschäftigungs- und Bildungspolitik organisiert werden
kann.
Weitere Informationen und Daten zur Jubiläumstagung siehe auf der Seite Termine.
Nachruf auf Ulrich Zachert
Ulrich Zachert
Ulrich Zachert ist am 9. September 2009 verstorben. Während einer Wattwanderung
erlitt
er einen Schlaganfall. Ulrich Zachert hatte von 1974 bis 1981 als
Referent für Arbeitsrecht beim Wirtschafts- und
Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) des DGB gearbeitet. Von 1981
bis 2008 war er Professor für Arbeitsrecht, lange Zeit an der
Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP), nach deren Eingliederung
in die Universität Hamburg an deren Fachbereich Sozialökonomie. Zuletzt
war er in kaum vermindertem Umfang in Lehre, Forschung und Beratung
sowie als ehrenamtlicher
Richter am Bundesarbeitsgericht tätig.
Ganzen Nachruf lesen: Nachruf auf Ulrich Zachert (1943-2009); von Kai Burmeister und Felix Welti
spw 173 erschienen
Kurzarbeit - und dann?
Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik gegen die Wirtschaftskrise
„Krise muss woanders sein!“, äußerte jüngst ein Frankfurter Investmentbanker im Einklang mit Kollegen in einer Fernsehreportage. Zumindest in der Finanzwelt scheint zwischen Börse und Afterwork-Party die Stimmung angesichts wieder steigender Aktienkurse und neuer Milliardengewinne der Großbanken glänzend. Auch weite Teile der Politik versuchen mit Blick auf den Wahltag das Bild des „Das Schlimmste liegt hinter uns. Jetzt geht es wieder aufwärts!“ zu zeichnen. Auf den Wirtschaftsseiten finden sich zunehmend Beiträge, die auf wieder steigende Aufträge und eine wieder anziehende Konjunktur hinweisen.
Hier geht es zum vollständigen Text: Einleitung der spw 173
Ausgewählte Beiträge:
- Kai Burmeister, Stefan Stache: Mit Cheenji doch noch zum Erfolg?
- Wolfgang Rhode: Gerechte Steuerpolitik gegen die Kosten der Krise
- Claudia Bogedan, Alexander Herzog-Stein: Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik in der Krise
- Jürgen Kromphardt: Arbeitszeitverkürzung
- Martin Beckmann: Beschäftigungsaufbau durch soziale Dienstleistungen
- Klaus Dörre: "Bringing (Anti-)Capitalism back in!" Neue Landnahme und ökosozialer New Deal
Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis der spw 173
Es gibt keinen Schalter, den man einfach umlegen kann
Kai Burmeister, Gewerkschaftssekretär beim Vorstand der IG Metall und Vorsitzender des spw-Fördervereins "Verein zur Förderung von Demokratie und Völkerverständigung", spricht im Interview mit Der Freitag über die Zukunft der Arbeit ,grüne Produkte und Erfahrungen mit Konversion in der Rüstungsindustrie.
Mehr auf der Homepage von Der Freitag
SPD Niedersachsen erinnert an Peter von Oertzen
Am
16. März 2008 ist unser früherer langjähriger Herausgeber und
politischer Wegbegleiter Peter von Oertzen im Alter von 83 Jahren
verstorben. Peter von Oertzen hat tiefe Spuren in Programmatik und
Politik der Linken hinterlassen. Wir haben als Zeitschrift, als
politischer Diskussionszusammenhang aber auch vielfach ganz persönlich
von seinem kritischen, wissenschaftlich fundierten politischen Denken
profitiert.
Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, der SPD-Landesverband
Niedersachsen und das Institut für Sozialgeschichte Braunschweig e. V.
laden zu einer Gedenktagung für Peter von Oertzen am
4. September 2009 in Hannover ein
spw 172 erschienen
Integration und Diskriminierung - blinde Flecken der öffentlichen Debatte
Einleitung zum Heftschwerpunkt
von Asiye Öztürk und Thilo Scholle

Dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, wird in öffentlichen Debatten kaum noch bestritten. Nach den letzten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes haben 15,3 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Trotzdem ist die öffentliche Debatte um Migration und Integration nach wie vor von großer Anspannung, Nervosität und Vorurteilen geprägt. Zwar wird zumeist zugestanden, dass „Integration keine Einbahnstraße“ ist.
Die nahe liegende
Schlussfolgerung aus dieser Erkenntnis, nämlich kulturelle, religiöse
und ethnische Vielfalt zunächst einmal anzuerkennen und gemeinsam zu
gestalten, ziehen viele ProtagonistInnen des Integrationsdiskurses
daraus jedoch nicht. Im Gegenteil – die große Mehrzahl der
praktischen Handlungsansätze und Vorschläge konzentriert sich
ausschließlich auf Forderungen, die an die Gruppe der MigrantInnen
gerichtet sind. Hier geht es weiter zur Einleitung zu Heft 172 Lesen Sie in dieser Ausgabe:
Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis spw 172
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Das aktuelle Heft wird am Diebstag, den 14. Juli 2009 ausgeliefert.
spw 171 erschienen
Anschluss verpaßt? Perspektiven berufsbezogenen Lernens
Einleitung zum Heftschwerpunkt
von Claudia Bogedan, Bettina Kohlrausch und Stefan Stache

Unter dem Motto „Qualifizieren statt entlassen“ versucht die Bundesregierung eine
Beschäftigungsbrücke über die Krise zu schlagen. Inwiefern diese bis ans rettende Ufer eines Aufschwungs reichen wird, bleibt angesichts der trüben Aussichten weiter fraglich. Offen ist auch, inwieweit es aktuell gelingt, den Anspruch der „Qualifizierung“ einzulösen. Denn die Ausgangssituation in Deutschland ist denkbar schlecht:
Weiterbildung spielt in den meisten Betrieben und für die meisten Beschäftigten keine Rolle. Deutschland hat im Vergleich zu den Weiterbildungs-Champions im Norden Europas den Anschluss verpasst. Und der Abstand wächst. Denn seit 1997 ist die Beteiligung an Weiterbildung auch noch rückläufig. In Deutschland ist zudem eine wachsende Gruppe vom Zugang zu beruflicher Erst- und Weiterbildung ausgeschlossen.
Gerade mal ein Drittel aller Betriebe in Deutschland engagierte sich im Jahr 2007 in der betrieblichen Ausbildung. Etwas mehr als ein Viertel machte von der Ausbildungsberechtigung keinen Gebrauch und ungefähr 40 Prozent waren
nicht ausbildungsberechtigt. Auch wenn im vergangenen Jahr die Ausbildungsbeteiligung erneut stieg, klafft noch immer eine Lücke zwischen dem
Angebot und der Nachfrage nach Lehrstellen. Bettina Kohlrausch zeigt in ihrem Beitrag, dass die Gruppe der gering Qualifizierten wächst ohne dass es adäquate Qualifizierungangebote für sie gäbe. Die jüngsten Daten zeigen, dass jeder fünfte
Ausbildungsabsolvent erst mal arbeitslos wird.
Hier geht es weiter zur Einleitung zur spw 171
Lesen Sie in dieser Ausgabe:
- Bettina Kohlrausch: Wer sind die jungen Geringqualifizierten und welche (Weiter)bildung brauchen sie?
- Günther Schmid: Flexibilität und Beschäftigung
Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis spw 171
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Das aktuelle Heft wird am Freitag, den 5. Juni 2009 ausgeliefert.
spw 170 erschienen
Linke Hegemonie? Die Krise des Neoliberalismus nutzen
Einleitung zum Heftschwerpunkt
von Cordula Drautz und Thilo Scholle

„Der
Neoliberalismus ist gescheitert, das System fährt gegen die Wand“ –
diese und ähnliche Analysen finden sich seit dem Ausbruch der
Finanzkrise zunehmend als Kommentare in Medien des politischen
Mainstreams und nicht nur in den Analysen linker PolitikerInnen und
Parteien. Dass kapitalistische Systeme krisenanfällig sind, ist keine
neue Erkenntnis. Dass diese Krisen in der Folge nicht zwangsläufig in
einen Verlust der gesellschaftlichen Legitimität der Wirtschaftsordnung
führen, hat die radikalreformerische Linke in den letzten einhundert
Jahren immer wieder erfahren müssen. Auch in der aktuellen Krise ist
offen, wie sich die politische und gesellschaftliche Regulierung von
Ökonomie weiter entwickelt. In spw 1/2009 haben wir diskutiert, wie ein
globaler „New Deal“ für wirtschaftliches Wachstum und soziale
Entwicklung aussehen kann. Ob es gelingt, ein solches anderes
Regulierungsmodell für den Kapitalismus an die Stelle der bisherigen
neoliberalen Orientierung zu setzen, wird von der Strategie- und
Hegemoniefähigkeit der Linken abhängen. Zwar hat in den letzten Monaten
Kritik an „Gier und Habsucht“ der Manager
die politische Debatte
bestimmt. Auch Zeitungen des (wirtschafts-)politischen Mainstreams wie
die „Zeit“ begannen die Frage nach Zustand und Zukunft des Kapitalismus
zu diskutieren.
Ein
kurzer Blick auf die Situation der politischen Debatte in Deutschland
lässt jedoch erwarten, dass dieses kurze systemkritische Intervall bald
wieder vorbei sein wird. Fortschritte bei der Regulierung von
Finanzmärkten sind bislang nicht erfolgt. Die
Rettung der in
Schieflage geratenen Banken erfolgt unter enormem öffentlichem
Kapitalaufwand, ohne zugleich ernsthafte öffentliche
Einflussmöglichkeiten
auf die Banken selbst zu schaffen. Die Lageanalysen des konservativen und liberalen
Lagers
beginnen zudem wieder die Parole zu verbreiten, dass es nach einigen
kurzen Reparaturakten bald wieder zum Status Quo ante der ökonomischen
(Nicht-)Regulation zurückgehen soll.
Dass ein politisches
Projekt nicht durch schlichte Parlamentsbeschlüsse und anschließendes
Verwaltungshandeln umgesetzt werden kann, ist eine
banale
Erkenntnis. Das neoliberale Reformprojekt der letzten Jahrzehnte wurde
lange politisch und ideologisch vorbereitet. Mit entscheidend war, dass
die konkret vorgeschlagenen politischen und ökonomischen Maßnahmen auf
breite Zustimmung
der gesellschaftlichen Eliten bis in Parteien und Akteure der klassischen Arbeiterbewegung hinein stießen.
Hier geht es weiter zur Einleitung der spw 170
Lesen Sie in dieser Ausgabe:
- Ralf Stegner: Perspektiven der SPD für die Bundestagswahl
- Florian Pronold: Für einen Krisen-Soli
- Sebastian Dullien: Ganz klar sehen wir eine Krise des ökonomischen Denkens
- Florian Pronold: Für einen Krisen-Soli
- Michael Vester: Chancen eines neuen "New Deal": Perspektiven eines wirtschaftlichen und sozial-strukturellen Umbaus
- Reinhold Rünker: SPD 2009 - Bereit für den neuen Fortschritt?
Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis der spw 170
Das aktuelle Heft wird am Donnerstag, den 30. April 2009 ausgeliefert.
spw 169 erschienen
Im Fokus: Zeit für einen neuen New Deal
Einleitung zum Heftschwerpunkt
von Kai Burmeister und Stefan Stache
Zu Beginn des neuen Jahres befinden wir
uns in Mitten der größten Krise kapitalistischen Wirtschaftens seit den
Zeiten der Großen Depression. Der Internationale Währungsfonds (IWF)
mag lange Zeit für seine wirtschaftspolitische Ausrichtung gescholten
worden sein, um so bemerkenswerter sind die jüngsten Prognosen der
Washingtoner Behörde: Um über zwei Prozent soll die Wirtschaftsleistung
in den entwickelten
Ländern zurück gehen und ohne ein
entschiedenes und koordiniertes Handeln der
Regierungen drohe vielen dieser Ländern der Absturz in eine Deflation.
Das sind nötige und klare Worte, die angesichts des Szenarios gebraucht
werden, die aber bislang eher Mangelware sind.
Der richtige Ort für
klare Worte wäre ein wirkliches Weltwirtschaftsforum, aber von den
Schweizer Bergen ging Ende Januar kein entsprechendes Signal aus. Es
ist zwar mittlerweile eine gute Tradition für die Eliten aus
Unternehmen, Politik und
Wissenschaft geworden, zum jährlichen Stelldichein beim World Economic
Forum zusammen zu kommen, aber zur Bewertung und Auflösung der
augenblicklichen Krise hat das Forum in Davos nichts beizutragen
gehabt. Dieses Treffen steht allerdings stellvertretend für die
existierenden Erklärungsmuster der wirtschaftlichen und politischen
Eliten: Ein Teil der TeilnehmerInnen geißelt mittlerweile routiniert
die unakzeptable Gier einiger weniger, während der andere Teil
argumentativ
umgeschwungen ist und sich jetzt ganz pragmatisch für staatliche Interventionen ausspricht.
Um zu dieser
Erkenntnis zu gelangen, brauchte es eine lange Zeit. Noch im Sommer
wollte insbesondere die deutsche Regierung nichts von
konjunkturstützenden
Maßnahmen wissen und setzte auf eine Strategie des Abwartens. Mittlerweile haben
Christ- und SozialdemokratInnen, nach einem ersten zaghaften Versuch
vom November 2008, tatsächlich ein Konjunkturprogramm verabschiedet.
In diesem Zusammenhang ist die Kritik des „too little and too late“
sicher berechtigt, aber ohne Zweifel ist in Berlin mittlerweile
verstanden worden,
dass Abwarten nicht mehr reicht. Diese Maßnahmen und die Unterstützung
von Banken markieren eine vorläufige Wende in der Wirtschaftspolitik,
die vor der Krise vehement von der Bundesregierung
abgelehnt wurde. Ob diese Stützungsversuche ausreichen werden, steht jedoch
angesichts der Deflationsgefahr auf einem anderen Blatt.
Hier geht es weiter zur Einleitung der spw 169 Lesen Sie in dieser Ausgabe: Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis der spw 169 Das aktuelle Heft wird am Donnerstag, den 19. Februar 2009 ausgeliefert.
DL21-Konvent "Fortschritt, Arbeit, Gerechtigkeit" 28./29. März 2009, Berlin
Das Forum DL21 lädt zu einem programmatischen Konvent, um programmatische Bausteine für neue Mehrheiten zu diskutieren. Als Gäste sind u.a. eingeladen Olaf Scholz, Andrea Nahles, Klaus Wiesehügel, Klaus Wowereit, Ralf Stegner, Heiko Maas und Günter Schmid.
TermindetailsJuso-Kongress: Linkswende 09
LINKS sein bedeutet
Gesellschaftskritik, Vision und Zukunft! Welche gesellschaftlichen Antworten wir
auf die Finanzmarktkrise finden, wie die soziale Spaltung bekämpft werden kann,
in welchem Bildungssystem wir leben wollen und was für uns Gerechtigkeit auf dem
Arbeitsmarkt heißt, all das und vieles mehr wollen wir auf dem Kongress:
Linkswende 09 zur Sprache bringen.
Vom 6. – 8. Februar 2009 laden wir, der Juso-Bundesverband und die Juso-Hochschulgruppen, alle Jusos und alle Interessierten ganz herzlich in die Humboldt-Universität nach Berlin ein. Viele Prominente aus Partei und Gesellschaft haben bereits zugesagt: Mit dabei sind u. a. Gesine Schwan, Peter Bofinger, Julian Nida-Rümelin, Martin Schulz, Niels Annen, Björn Böhning, Michael Krätke, Constanze Kurz und viele andere mehr. Alle Informationen zum Programm findet man unter: www.linkswende09.de.
Ab sofort kann sich jede/r zum Kongress unter www.linkswende09.de anmelden. Die Teilnahme für das gesamte Wochenende kostet nur 20 €. Darin enthalten sind Fahrt-, Übernachtungs-, Verpflegungskosten sowie das Buch: Was ist heute links? (erscheint am 6.02.2009 im Campus-Verlag). Die kostenlose Teilnahme als Tagesgast ist natürlich auch möglich.
Das Bestehende kritisch hinterfragen, alternative Antworten finden und neue Ideen entwickeln. Auf zum Kongress: Linkswende 09!
spw 168 erschienen
Im Fokus: Staat, Wettbewerb, Selbstverwaltung - wie organisiert man soziale Sicherheit?
Einleitung zum Heftschwerpunkt
Von Kai Burmeister und Felix Welti
Die
Diskussionen der letzten Jahre um Sozialpolitik waren meist auf
Verteilung und Umverteilung zugespitzt worden: Wer finanziert die
sozialen Sicherungssysteme, wer bekommt Leistungen? Vor allem anhand dieser Fragen wird auch über Grundsicherung und über die
Bürgerversicherung diskutiert. Die Frage, wie soziale Sicherheit
organisiert sein sollte, tritt dahinter zurück. Allenfalls bei der
Alterssicherung wurde diskutiert, ob umlagefinanzierte öffentliche Systeme oder kapitalgedeckte private Systeme vorzuziehen seien. Mit der Finanzmarktkrise sollten sich zumindest die Argumente radikaler BefürworterInnen der Privatisierung erledigt haben.
Doch geht es auch bei der Alterssicherung nicht nur darum, dass soziale Sicherheit nicht über riskante Anlagen vermittelt werden kann. Wichtig ist auch, dass für Sicherungsziele weniger Mittel zur Verfügung stehen, wenn noch die Renditeansprüche des Versicherers zu befriedigen sind und dass der Wettbewerb der Anbieter privater Alterssicherung kaum geeignet ist, Transparenz über Mittel und Ergebnisse ihrer Angebote zu vermitteln. Auch ist aus deutschen und internationalen Vergleichen bekannt, dass private Systeme der Alterssicherung wegen des Aufwands für Werbung und Vertrieb weit höhere Verwaltungskosten haben als öffentliche Pfl ichtsysteme. Die öffentliche Förderung der privaten Altersvorsorge nach der Riester-Reform zeigt sich dabei als wenig funktional, um Altersarmut zu vermeiden. Sie erreicht im Wesentlichen die ohnehin vorsorgefähigen besser gestellten Rentenversicherten und BeamtInnen anstatt armutsvermeidende Rentenpolitik innerhalb des allgemeinen Systems zu finanzieren. Staatliche Fördermittel sind in die Kapitalmärkte und zur Mittelschicht gepumpt worden, statt die Renten lücken von Niedrigverdienern und Arbeitslosen zu schließen
Hier geht es weiter zur Einleitung der spw 168 Lesen Sie in dieser Ausgabe: Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis der spw 168 Lesen Sie außerdem den Onlinekommentare: Sören Tomasek: Hamburger Verhältnisse und Fritz Riege: Unterhaltungswert und Glatteis bei negativen Koalitionsaussagen Das aktuelle Heft wird am Donnerstag, den 18. Dezember 2008 ausgeliefert.
spw 167 erschienen
Im Fokus: "Soziales Europa - Von Lissabon zur solidarischen Erneuerung?
Einleitung zum Heftschwerpunkt
Von Kai Burmeister, Nils Hindersmann und Stefan Stache
Anfang
Juni 2009 findet zum siebten Mal die Direktwahl des Europäischen
Parlamentes statt. In Deutschland wie in vielen anderen Ländern der EU
wird dies der erste große Urnengang nach den heftigen Eruptionen der
Finanzmarktkrise sein. Neben der Auseinandersetzung um die ökonomische
Gestaltungsfähigkeit der EU (Europäische Wirtschaftsregierung) steht
Europa auch auf dem politischen Feld vor großen Herausforderungen. Die
2005 gescheiterten Referenden in Frankreich, den Niederlanden und
zuletzt in Irland sind Ausdruck einer länger anhaltenden
Vertrauenskrise der Bürgerinnen und Bürger in das europäische Projekt.
Vor allem die Mehrheit der Beschäftigten, Arbeitslosen und Rentner
verbindet Europa nicht mit Fortschritt, sondern eher mit Abbau sozialer
Standards, Bedrohung von Arbeitsplätzen und mangelhaften demokratischen
Mitwirkungschancen. Die EU wird als ein Projekt vor allem der
politischen und ökonomischen Eliten verstanden. So lehnt die Mehrheit
dieser Menschen auch nicht das Projekt der europäischen Integration in
Gänze ab, vielmehr äußert sich ihr politischer Unmut über die Art und
Weise des Integrationsprozesses.Tatsächlich
ist die politische Grundlinie der EU innerhalb der Kommission und im
Ministerrat seit einigen Jahren marktliberal geprägt. Eine rein
exportorientierte Wachstumsstrategie, die Infragestellung gewachsener
öffentlicher und sozialer Dienste und der Vorrang unternehmerischer
Handlungsfreiheit gegenüber Schutzrechten der Beschäftigten bilden den
Kern dieser Politik. In der erneuerten Lissabon-Strategie findet diese
politische Linie ihren markantesten Ausdruck. Es wird also darauf
ankommen, bei der bevorstehenden Europawahl Politikalternativen über
die verschiedenen Richtungen des weiteren Integrationsprozess‘ klar
herauszuarbeiten. Dies verlangt auch und gerade eine stärkere
Polarisierung um Europa, die bestehende Fehlentwicklungen klar benennt
und entsprechende Kritikpunkte nicht als anti-europäisch diffamiert.
Hier geht es weiter zur Einleitung der spw 167
Außerdem in dieser Ausgabe:
- Björn Hacker/Christian Kellermann: Europäische Sozialunion? Gerade jetzt!
- Susanne Uhl: Nationale Steuersouveränität im grenzenlosen Binnenmarkt?
- Bernd Lange: Gewerkschaften auf dem Weg
- Wolfgang Filc: Wege zur Stabilisierung des internationalen Finanzsystems
- Debatte "Für eine Linke der Zukunft" - Alex Demirovic: Die Hinwendung zur Wirklichkeit
- Pro und Contra: Konjunkturprogramme gegen den Abschwung - Achim Truger vs. Robert Kurz
- Thomas Gebauer: Es geht nicht um ein paar Millionen mehr fürs Zivile. PLädoyer für einen echten Strategiewechsel
- Franziska Drohsel: Paragraph 129a,b Strafgesetzbuch abschaffen
Das aktuelle Heft wird am Donnerstag, den 6. November 2008 ausgeliefert.
Privatisierung: Verluste für alle - Gewinne für wenige?
Diskussionsveranstaltung von ProMSNord e.V.
22. November 2008, Geschwister Prenski Schule, Lübeck
Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Kommunen, aber auch Bundesländern, die sich dem Privatisierungs-Wahn nicht nur entziehen, sondern die auch bereit sind ihre privatisierten Unternehmen zurückzuholen – teils allerdings auch zurückholen müssen, da sich zeigt, dass die Betriebe die Daseinsvorsorge nicht mehr leisten können. Wie funktioniert Privatisierung? Beginnt sie wirklich erst mit dem Verkauf an Investoren? Welche gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Folgen hat sie? Welche Möglichkeiten der Rückgewinnung gibt es?
Hier geht es zur Einladung von ProMSNord
spw 166 erschienen
Im Fokus: Staatswirtschaft 3.0 - Mit öffentlichen Unternehmen Gutes tun.
Einleitung zum Heftschwerpunkt
Von Sebastian Jobelius und Stefan Stache
Knapp 15 Jahre nach der Privatisierung der neuseeländischen Bahn hat der Staat das Unternehmen vollständig zurückgekauft. Die öffentliche Eigentümerschaft wird als bester Weg
betrachtet, um die strategischen Ziele der Regierung umzusetzen:
Modernisierung der Infrastruktur, Ausbau des Schienenverkehrs,
Reduktion der CO2 Emissionen. Das Vorreiterland der Liberalisierung und Privatisierung liefert damit erneut ein Symbol für einen Epochenwechsel: Die Zeit der selbstverständlichen Privatisierung öffentlichen Besitzes geht zu Ende, die Grenzen der Übertragung öffentlicher Aufgaben auf private Anbieter sind in vielen Ländern und Kommunen
erreicht und zum Teil überschritten worden. Die Erfahrung mit den
empfohlenen Behandlungen führt dazu, dass politische
EntscheidungsträgerInnen neoliberal angeleiteten Rezepten zunehmend kritisch gegenüberstehen.
Auch in Deutschland wurde kräftig an der Privatisierungs-und Liberalisierungsschraube gedreht. Hinweise auf die Dimension der Aktivitäten finden sich in den Beiträgen von Tim Engartner und Christina Deckwirth. Auch hier nehmen die Fälle zu, in denen gemeinwohlorientierte Ziele auf Grund erfolgter Privatisierungen nicht mehr verfolgt werden können. Dies ist besonders da der Fall, wo die öffentliche Hand sich vollständig von ihrem Besitz getrennt hat. Zum Teil lassen sich Fehler aus der Vergangenheit – meist verbunden mit hohen Verlusten – wieder korrigieren. So beabsichtigt der Bund beispielsweise einen Anteil an der im Jahr 2000 vollständig privatisierten Bundesdruckerei zurückzukaufen, um damit auf die gestiegenen Sicherheitsanforderungen an Ausweisdokumente zu reagieren. Nicht immer ist es jedoch möglich, falsche Privatisierungsschritte durch Rückkauf oder Wiedereinstieg zu korrigieren. Es bleiben dann nur noch Instrumente wie das Vergaberecht oder andere Formen der sozialpolitisch motivierten Quersubventionierung, um Interessen in Bereichen zur Geltung zu bringen, in denen die öffentliche Hand vormals direkt agieren konnte. Beispiele sind die Diskussion um Basis-Stromtarife oder steigende Kosten für Unterkunft und Heizung, auf die in manchen Städten nicht mehr mit der Bereitstellung von Sozialwohnungen reagiert werden kann.
Hier geht es weiter zur Einleitung der spw 166
Außerdem in dieser Ausgabe:
- Björn Böhning: Es geht um mehr als nur um Personen
- Erwin Buchinger: Neuer Erfolg im zweiten Anlauf?
- Tim Engartner: Grenzen der Privatisierung
- Marc Herter: Gut für die Entwicklung vor Ort. Der Stellenwert öffentlicher Unternehmen in der sozialdemokratischen Kommunal- und Regionalpolitik
- Pro und Contra: Wiedereinführung der Pendlerpauschale. Marco Bülow vs. Rainer Wend.
- Interview mit Lale Akgün: "Wir brauchen eine postnationale Identität ".
- Uwe Kremer: Programmatische Phantasie freisetzen! Anmerkungen zu den neuen Juso-Thesen
Das aktuelle Heft wurde am Donnerstag, den 18. September 2008 ausgeliefert.
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DL21/spw-Herbstkonvent verschoben - Vorbesprechung am 12. Oktober vor Sonderparteitag
Nach dem Rücktritt von Kurt Beck hat der Parteivorstand den 18. Oktober 2008 als Termin für den außerordentlichen Bundesparteitag festgelegt. Der für den 18./19.10.08 geplante Herbstkonvent von DL21 und spw wird daher verschoben. DL21 wird für den 12. Oktober zu einer Vorbesprechung des Parteitages einladen.
Weitere Informationen über den Tagungsort und das genaue Programm
finden sich in den nächsten Tagen auf der Internetseite www.forum-dl21.de
Der Herbstkonvent wird voraussichtlich im Februar 2009 stattfnden.
DL21/spw-Herbstkonvent:
Sozialer Aufstieg und Sicherheit im 21. Jahrhundert
18.10.08, 9:30 Uhr, Berlin , Umspannwerk
Der
Herbstkonvent des Forum DL21 - in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der
Zeitschrift spw - beschäftigt sich am 18./19. Oktober 2008 mit der
Perspektive einer modernen Sozialpolitik. Im Zentrum steht die Frage,
wie auch im 21. Jahrhundert sozialer Aufstieg möglich ist und wie
Gerechtigkeit zu buchstabieren ist.
spw 165 erschienen
Im Fokus: "What a wonderful world?"
Einleitung zum Heftschwerpunkt
Von Kai Burmeister, Cordula Drautz und Inken Wiese
Es ist erst einen Sommer her, dass nicht nur Deutschland, sondern große Teile der Welt auf Heiligendamm blickten. Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft trafen sich dort die Regierungschefs der G8-Staaten. Die Vertreter der globalen Wirtschaftsmächte diskutierten nicht nur untereinander, sondern banden in so genannten „out-reach-Veranstaltungen“ auch Repräsentanten von Schwellen- und Entwicklungsländern ein. Nach drei Tagen, wurden weitreichende Absichtserklärungen verabschiedet. Doch was ist geblieben von diesen guten Absichten? Hat der dort eingeleitete Heiligendammprozess schon Folgen gezeitigt?
Trotz und vielleicht sogar wegen der massiven Sicherheitsmaßnahmen rund um den hermetisch abgeschirmten Kongressort hat der G8-Gipfel eine erhöhte Aufmerksamkeit für Themen internationaler Wirtschaftspolitik geweckt, die weit über eine Fachöffentlichkeit hinausging. Das Treffen mobilisierte – wie schon die vorangegangenen Gipfel in Gleneagles, Évian-les-Bains oder Genua – breite Teile der globalisierungskritischen Bewegung. Die kollektiven Erfahrungen im Sommer 2007 mögen für eine junge Generation von politischen und zivilgesellschaftlichen AktivistInnen prägend gewesen sein. Diese Aufmerksamkeit durch die G8-Proteste war durch die konkrete Agenda des Gipfels selbst nicht gerechtfertigt. Sie entsprechen vor allem einem weit verbreiteten Bedürfnis innerhalb der Bewegung, den Einfluss auf internationale Regierungsgespräche dadurch zu behaupten, dass die Proteste als „Happening“ oder „Event“ inszeniert werden. Die Gegenentwürfe der G8- Gegner blieben oft simplistisch und wurden selten von allen AktivistInnen geteilt. Wichtig bleibt die Erkenntnis gerade der linken politischen Kräfte, dass die konkrete Umsetzung der salbungsvoll formulierten und keinesfalls verbindlichen Absichten zu wünschen übrig lässt. Wir müssen uns daher fragen, wie wir unsere offensichtlichen Defizite im Bereich von verbindlicher progressiver internationaler Politik beheben können.
Gleichzeitig bleiben außenpolitische Entscheidungen, die nur von einem kleinen außenpolitischen Expertenkreis auf Parlaments- und Regierungsebene entworfen wurden, unzulänglich Außenpolitik muss mehr sein als die Ausgestaltung einzelner, von einander getrennter Politikfelder und das diplomatische Management von Fachfragen in den Beziehungen zu anderen Ländern durch das Auswärtige Amt. Weder Symbolpolitik durch Protest noch technokratische Expertise reichen aus, um den interdependenten globalen Herausforderungen durch eine veränderte internationale Ökonomie, die auch Entwicklungsperspektiven der Länder des Südens umfassen, politisch wirksam zu begegnen.
Hier geht es weiter zur Einleitung der spw 165
Außerdem in dieser Ausgabe:
- Elke Ferner: Frauenministerium - Fehlanzeige!
- Britta Joerißen, Jochen Steinhilber: Die Fantastischen Vier und die Großen Sieben
- Guido Steinberg: Al-Qaida und die Diktatoren: Ein Plädoyer fur eine (außen)politische Terrorismusbekämpfung
- Pro und Contra: Sozialtarife in der Energieversorgung? Frank Schwabe vs. Walter Meinhold
- Interview mit Christiane Reckmann: Kinderarmut nicht im Fokus der Bundesregierung
- "Linkssein ist wieder angesagt!" Interview mit Franziska Drohsel zu den Juso-Thesen "Für eine Linke der Zukunft".
Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis der spw 165 Das aktuelle Heft wurde am Donnerstag, den 17. Juli 2008, ausgeliefert.
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spw 164 erschienen
Im Fokus: "Alles gute Arbeit?"
Einleitung zum Heftschwerpunkt
Von Kai Burmeister, Bettina Kohlrausch und Stefan Stache
Die Bundesregierung geht für das laufende Jahr
von einem deutlichen Abbau der Arbeitslosigkeit aus und betrachtet
Vollbeschäftigung als realistisches Ziel, so die Botschaft aus dem
politischen Berlin. Haben sich damit mit Blick auf die nächsten Jahre
die Diskussionen über eine Reform der Reform der Arbeitsmarktpolitik
und die Erschließung neuer Beschäftigungsfelder erledigt? Werden wir
eine Verschiebung der Debatte
erleben, bei der es nicht mehr um die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit, sondern „nur“
noch über die gerechte Entlohnung (Mindestlöhne) und vielleicht noch um
die Deckung des Fachkräftemangels geht? Wahrscheinlicher ist, dass die
Auseinandersetzung um Erwerbsarbeit grundsätzlicher werden wird, weil
es nicht nur an den Rändern des Arbeitsmarktes zu einer massiven
Ausweitung prekärer Arbeit kommt, sondern auch die
FacharbeiterInnenschaft massiven Veränderungen ausgesetzt ist. Hinzu
kommt ein sich wandelndes Geschlechterverhältnis, bei dem es verstärkt
um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Männer und Frauen gehen
muss. Die notwendige Absicherung und Finanzierung der
Beschäftigungsfähigkeit durch Weiterbildung für alle Erwerbstätigen
spielt eine ebenso
zentrale Rolle. Es wird um nichts anderes gehen, als eine
Auseinandersetzung um ein neues Normalarbeitsverhältnis zu beginnen.
„In der Arbeit kreuzen sich Herrschaft und Befreiung, Mühsal und Genuss, Entfremdung
der Debatte fortgeführt und eine Bestandsaufnahme über den sich explosionsartig entwickelnden
Hier geht es weiter zur Einleitung der spw 164
Außerdem in dieser Ausgabe:
- Franziska Drohsel: Die SPD nach dem Bahnkompromiss
- Olaf Struck: Die sorgenvolle Zukunft der Arbeit
- Ottmar Schreiner: Was ist gute Arbeit?
- Pro und Contra: Brauchen wir neue Kohlekraftwerke? Stephan Kohler vs.Fabio Longo
- Interview mit Adolf Bauer: Privatisierung sozialer Risiken ist ein Irrweg
- Heiko Geiling: Landtagswahl in Niedersachsen 2008 - Epilog oder Neuanfang?
Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis der spw 164 Das aktuelle Heft wurde am Dienstag, den 03. Juni 2008, ausgeliefert.
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spw trauert um Detlev Albers
Am 31. Mai ist nach kurzer schwerer Krankheit Detlev Albers im Alter von 64 Jahren verstorben.
Vielen
in Erinnerung ist noch sein unermüdlicher Einsatz in der
SPD-Grundsatzprogrammdebatte. Zusammen mit Andrea Nahles hatte Detlev
Albers im Frühjahr 2007 kritische Programmbausteine zum
SPD-Programmentwurf herausgegeben.
Über viele Jahre war Detlev
Albers in der spw, der SPD-Linken, bei den JungsozialistInnen, im
"Frankfurter Kreis" und seit Gründung auch im Forum DL21 aktiv. Auch in
der SPD bekleidete er zahlreiche bedeutende Funktionen, er war
SPD-Landesvorsitzender in Bremen von 1994 - 2004, bis zum Hamburger
Parteitag im Oktober 2007 gehörte er auch dem SPD-Parteivorstand an.
Innerhalb der spw trug Detlev Albers Anfang der 90er Jahre
entscheidend zu einer höheren Verbreitung der Zeitschrift bei. Während
seines Engagements für das Hamburger Programm publizierte er in der spw
seine Denkanstöße und Anregungen.
Mit Detlev Albers verliert die spw einen engagierten linken Intellektuellen und Politiker.
spw 163 erschienen
Im Fokus: "Richtung bestimmen!"
Einleitung zum Heftschwerpunkt
Von Kai Burmeister, Lars Neumann und Stefan Stache
Hessendebakel,
Tiefstände bei den Umfragen, mangelnde Solidarität der
engsten Parteiführung mit dem Vorsitzenden und zudem noch
wenig vorzeigbare Erfolge der Sozialdemokratie in der Großen
Koalition. Von außen betrachtet ist derzeit die Liste mit den
vielen großen und kleinen Baustellen der SPD ziemlich lang.
Entsprechend groß ist die Verunsicherung. Auch der Druck durch
gutmeinende, aber auch von Eigeninteressen motivierten
Kommentatoren und Ratgebern ist gewaltig. Eine vielfach am
Boden liegende Organisation mit oftmals kaum noch funktionierenden
Gremien vom Stadtbezirk bis hin zur Landesebene, ein
in weiten Teilen aufgeriebener, seines
gesellschaftlichen Ansehens beraubter und demotivierter
Funktionärskörper und damit eine nahezu sprachlose und in der
Fläche nicht kampagnenfähige Partei ergänzen den
Blick aus einer Innensicht. Kurzum, der Scherbenhaufen umfasst
viele Facetten. Soll die Lagebeschreibung der SPD jedoch
nicht in einem diffusen Abgesang enden, stellt sich für die
sozialdemokratische Linke die Aufgabe, handlungsorientierte
Vorhaben zu benennen und schließlich zu bearbeiten.
Der spw-Schwerpunkt hat sich genau dies zum Ziel gesetzt und
versucht neben einer Einschätzung, einzelne Mosaiksteine einer
linksreformerischen Strategie in den Mittelpunkt zu stellen. Dass
dies weder abschließend noch widerspruchsfrei gelingen kann,
versteht sich von selbst. Vielmehr geht es jetzt um eine
Suchbewegung, die die Spielräume für linke Politik in und mit der
SPD realistisch einschätzt und erweitert.
ußerdem in dieser Ausgabe:
- Benjamin Mikfeld: Alles muss raus
- René Röspel: Entscheidung für Forschung und Lebensschutz
- Pro und Contra: Gesundheitsfonds stoppen Karl Lauterbach: Pro ; Elke Ferner: Contra
- Interview mit Niels Annen - 60 Jahre NATO: Größer, aber nicht geeinter
Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis der spw 163
Das aktuelle Heft wurde am Montag, den 21. April 2008, ausgeliefert.
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spw trauert um Peter von Oertzen
Am
16. März 2008 ist unser früherer langjähriger Herausgeber und
politische Wegbegleiter Peter von Oertzen im Alter von 83 Jahren
verstorben. Peter von Oertzen hat tiefe Spuren in Programmatik und
Politik der Linken hinterlassen. Wir haben als Zeitschrift, als
politischer Diskussionszusammenhang aber auch vielfach ganz persönlich
von seinem kritischen, wissenschaftlich fundierten politischen Denken
profitiert. Dankbar erinnern wir uns an viele Anregungen und Gespräche.
Seine Beiträge zur Strategie und Programm der Linken werden uns fehlen!
Aktueller Terminhinweis:
SPW-Frühjahrstagung 2008
„Gestaltung der Arbeit: Aufstieg, Qualifizierung, gute Arbeit!“
18./19. April 2008, HVHS Springe, Kurt-Schumacher-Str.5, Springe:
Das Thema steht in dem Kontext der Diskussion um moderne Arbeits- und Lebensweisen und biographische Selbstbestimmung.


