Jahresregister
2000
Heft 116/2000 (ist noch in Vorbereitung)
10 Jahre verpasste Chancen
Heft 115/2000 (ist noch in Vorbereitung)
Halbzeit für rot-grün
Heft 114, Juli/August 2000:
Neue Dienstleistungsberufe
Einleitung zum Heftschwerpunkt
von Uta Biermann und Dirk Meyer
Der Beginn des neuen Jahrhunderts markiert zugleich den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft, so oder ähnlich heißt es nahezu übereinstimmend in Medien, Institutionen, Parteien etc. Dienstleistung ist zum zentralen Begriff der gesellschaftlichen Debatte geworden, nachgerade zum Synonym für das 21. Jahrhundert, in dem sich unsere Arbeitsund Lebenswelt nach Einschätzung der Fachwelt dramatisch verändern wird. Und dennoch: Kratzt man an der Fassade großer Übereinstimmung, so wird ein Begriff freigelegt, der einige Unschärfen aufweist. Überdies zeigt sich, daß die Dienstleistungsgesellschaft ein großes begriffliches Gefäß darstellt, in das durchaus konträre Konzepte mit jeweils sehr unterschiedlichen Interessen gegossen werden.
Einleitung zum Heftschwerpunkt 114
Weitere Beiträge aus dem Schwerpunkt:
Interview mit Michael Ehrke (IG-Metall-Hauptvorstand)
Maria-Eleonora Kasten: Personenorientierte Dienstleistung für Frauen
Heft 113, Mai/Juni 2000:
Parteien und Populismus
Einleitung zum Schwerpunkt
von Reinhold Rünker, Frank Schauff und Frank Wilhelmy
Bereits
mehrfach hat uns in den letzten Heften das Thema beschäftigt, in wie weit sich
das politische System verändert. Zuletzt hatten wir dazu einen Schwerpunkt
"Politik im Wandel" für das zurückliegende November-Heft (spw 110)
konzipiert. Seitdem haben sich Veränderungsprozesse sowohl konkretisiert als
auch beschleunigt:
• Mit
dem Finanzskandal der CDU, der die "law and order"- Vorstellungen
ebenso erschütterte wie den ohnehin schon lange angekratzten christlich-moralischen
Wertekanon, wurde der Umgestaltungsprozess der großen konservativen Volkspartei
befördert. Über Kohls Hausmeier, dem "ewigen Nachfolger" Schäuble,
war das paternalistische System Kohl zusammengebrochen, während sich die
langjährige Ministerin Merkel durch frühzeitige Absetzbewegungen aus dem Sog
befreien konnte, den der implodierende schwarze Riese erzeugt hatte.
Konzeptionell und ideologisch wird das neue Führungstrio Merkel-Merz-Polenz
wohl den Weg weiter beschreiten, der bereits unter Schäuble aufgezeigt wurde. Sie
hoffen, dass der Weg zur erneuten Wiedergewinnung der Macht in Deutschland
kürzer sein kann, als im September 1998 prognostiziert, wenn es ihnen gelingt,
neue personelle und inhaltliche Glaubwürdigkeit für einen modernen Konservatismus
zu organisieren, der sowohl gesellschaftlichen Wandel organisiert als auch
Sicherheit durch Werte und Traditionen bietet.
• Dem gegenüber beschleunigt sich die Veränderung der Sozialdemokratie zum Exekutor der Globalisierung, getreu dem Motto: Wenn wir schon soziale Härten akzeptieren müssen, dann nur, wenn sie von der Sozialdemokratie selbst begangen werden. In der - von der Parteibasis bislang scheinbar unbemerkt gebliebenen - Grundsatzprogrammdebatte werden zentrale Bergriffe der Sozialdemokratie wie Gerechtigkeit und Solidarität umdefiniert, damit sie auch in Zeiten der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft hochgehalten werden können, ohne dass sie eine Verantwortung für politisches Handeln in der Regierung nach sich ziehen müssen. Und da scheut Gerhard Schröder auch nicht zurück, Mitte Mai auf einer Tagung anläßlich des Gothaer Grundsatzprogramms von 1875 Karl Marx für seine Umwertung der Begriffe in Anspruch zu nehmen.
Einleitung zum Heftschwerpunkt 113
Weitere Beiträge aus dem Schwerpunkt:
Interview mit Matthias Machnig: Personen, Programm, Performance
Alfred Gusenbauer: Populär, nicht populistisch!
Heft 112/2000 (ist noch in Vorbereitung)
Arbeit und Demokratie
Heft 111, Januar/Februar 2000:
Moderne Zeiten
Einleitung zum Schwerpunkt
von Barbara König
Man
muss nicht vom Millenniums-Fieber ergriffen sein, um festzustellen, dass die
Zeiten sich ändern. Auch wenn nach unserer Zeitrechnung das 21. Jahrhundert
erst am 1. Januar 2001 beginnt, so erscheint uns das 20. Jahrhundert bereits
als Vergangenheit. Dieses Jahrhundert war wie kein anderes durch den Umgang mit
der Zeit geprägt. Der Faktor Zeit spielte eine Hauptrolle bei der Entwicklung
von Wirtschaft und Arbeitsleben, bei der Entstehung von Philosophie und Politik
sowie bei der Ausprägung von individuellen Lebensentwürfen.
"Beschleunigung" hieß das Zauberwort des 20. Jahrhunderts: die
industrielle Entwicklung war ohne beständige Zeiteinsparung im
Produktionsprozess nicht denkbar, räumliche Distanzen wurden immer schneller
überwunden, Kommunikation wurde von Raum und Zeit gänzlich entkoppelt. Im
privaten Raum wurde der Satz "Ich habe keine Zeit." zur
vermeintlichen Garantie für ein ausgefülltes und selbstbestimmtes Leben - die
Zeit war komplett verplant. Genügend Zeit hatten nur Kinder, Rentner oder
Arbeitslose...
Die Beschleunigung erreichte ihren Gipfel in der Entkoppelung der allgemeinen Zeitplanung von der "inneren Uhr" des Menschen, ohne die Massenproduktion und Massenkonsum nicht möglich waren. Maschinenlaufzeiten sind heute unabhängig vom Biorhythmus ihrer BedienerInnen, in vielen Teilen der Welt ist Konsum zu jeder Tagesund Nachtzeit möglich und die Berieselung durch Radio, Fernsehen und Internet hat keine Sperrstunde. Moderne Kommunikation und ein neuer Dienstleistungsbegriff haben dafür gesorgt, dass im ausgehenden 20. Jahrhundert kein Wunsch offen blieb. Wenn die "innere Uhr" eigentlich Nachtruhe anzeigte und man trotzdem auf der Suche nach der billigsten Flugreise, dem schönsten Geschenk oder der besten Seminararbeit war, wurde man nicht enttäuscht. Alles war lieferbar - schnell, preiswert und flexibel.
Einleitung zum Heftschwerpunkt 111
Weitere Beiträge aus dem Schwerpunkt:
Karlheinz A. Geißler: Die Uhr geht mit der Zeit
Sabine Issa: „Zeiten der Stadt“
Artikel außerhalb des Schwerpunktes:

